Jahrgang 2023

Jahrgang 2023

per­spek­ti­ven ds 1/23
Raus aus der Hoch­schule – hin­ein in eine bes­sere Welt

50 Jahre Juso-Hoch­schul­grup­pen
326 Sei­ten

«Wir wol­len nicht dog­ma­tisch die Welt anti­zi­pie­ren, son­dern aus der Kri­tik der alten Welt die neue fin­den!» Die­ses Selbst­ver­ständ­nis prägt die Juso-Hoch­schul­grup­pen seit ihrer Grün­dungs­zeit bis heute. Zier­ten diese Worte zu Beginn ein Wahl­kampf­pla­kat der Juso-HSG Göt­tin­gen, fin­den sie sich heute im aktu­el­len Arbeits­pro­gramm der Juso-Hoch­schul­grup­pen wie­der. In die­sem Jahr fei­ern die Juso-Hoch­schul­grup­pen bereits ihr 50. Jubi­läum. Grund genug, um in einer Son­der­aus­gabe die Geschichte der Juso-Hoch­schul­grup­pen zu beleuch­ten und zukunfts­ge­rich­tet zu fra­gen: Was bedeu­ten Sozia­lis­mus, Femi­nis­mus und Inter­na­tio­na­lis­mus eigent­lich heute noch? Wie müs­sen sich Bildungs‑, Hoch­schul- und Wis­sen­schafts­po­li­tik ändern, damit Eman­zi­pa­tion, Par­ti­zi­pa­tion und soziale Gerech­tig­keit nicht bloß leere Wort­hül­sen blei­ben? Und wie muss das Ver­hält­nis von Wis­sen­schaft und Gesell­schaft gestal­tet wer­den, damit der Auf­bruch aus der Kri­tik der alten Welt hin­ein in eine bes­sere gelin­gen kann? Daran anschlie­ßend sol­len auch theo­re­ti­sche und poli­ti­sche Refle­xio­nen aktu­el­ler gesell­schaft­li­cher und sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Fra­gen sowie his­to­ri­sche Ein­ord­nun­gen nicht zu kurz kom­men. Nicht von unge­fähr wählte die Gesell­schaft für deut­sche Spra­che die vom Bun­des­kanz­ler aus­ge­ru­fene «Zei­ten­wende» zum Wort des Jah­res 2022. Doch nicht nur durch den rus­si­schen Erobe­rungs­an­griff ent­wi­ckelt sich die­ses dritte Jahr­zehnt des 21. Jahr­hun­dert dis­rup­tiv, erweist sich als viel­fäl­ti­ger Umbruch und tief­grei­fende Zäsur gegen­über vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten, der brei­ten Wohl­stands­stei­ge­rung der Nach­kriegs­zeit und des glo­ba­li­sier­ten Export­welt­meis­ters nach der deut­schen Ein­heit. In der Wis­sen­schaft hat sich daher der Begriff der Multi-Kri­sen-Kon­stel­la­tion etabliert.

Wir wol­len in die­ser Aus­gabe somit auch fra­gen, wie sich die Gesell­schaft in den letz­ten Jah­ren ver­än­dert hat und wel­che Her­aus­for­de­run­gen sich heute in exis­ten­zi­el­ler Weise neu stel­len? Die HDS will daran mit­wir­ken, dass hier­auf – in Tra­di­tion des Demo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus und auf der Höhe der Zeit – adäquate poli­ti­sche Ant­wor­ten gefun­den werden.


per­spek­ti­ven ds 2/23
Bedrängte Demo­kra­tie

280 Sei­ten

Ver­spä­tet, aber im euro­päi­schen Ver­gleich umso extre­mis­ti­scher, kommt es nun auch in Deutsch­land zum Angriff auf die Demo­kra­tie, die Erfah­run­gen mit der deut­schen Geschichte, die in den zivi­li­sa­to­ri­schen Unter­gang führte, schei­nen ver­ges­sen. Der Schwer­punkt der per­spek­ti­vends 2/23 BEDRÄNGTE DEMO­KRA­TIE debat­tiert diese neuen Her­aus­for­de­run­gen für die plu­ra­lis­ti­sche, tole­rante, offene Demo­kra­tie: Die neue Mitte Stu­die der Fried­rich-Ebert-Stif­tung kam zu dem Ergeb­nis, dass in Deutsch­land die Zahl der Men­schen mit einem geschlos­sen rechts­extre­men Welt­bild stark zuge­nom­men hat. Die Unzu­frie­den­heit wächst und das Ver­trauen in die Demo­kra­tie hat deut­lich abge­nom­men. In den Umfra­gen erle­ben rechts­extreme Par­teien einen Höhen­flug. Unsi­cher­hei­ten und Ver­tei­lungs­kon­flikte bie­ten Ein­falls­tore für anti­de­mo­kra­ti­sche Posi­tio­nen und rechts­extreme Ideo­lo­gien. Die Demo­kra­tie, ihre Grund­prin­zi­pien, Abläufe und Insti­tu­tio­nen wer­den von vie­len zuneh­mend mit Distanz betrach­tet. Nicht zuletzt ist die Stärke der anti­de­mo­kra­ti­schen Rech­ten die Schwä­che der demo­kra­ti­schen Lin­ken. Was sind die Gründe für die aktu­ell so große Unzu­frie­den­heit vie­ler Men­schen? Was treibt sie in so gro­ßer Anzahl in die Arme von Men­schen­fein­den und Demo­kra­tie­geg­nern? Gibt es Auf­fäl­lig­kei­ten zwi­schen Ost und West? Über allem aber steht die Frage: Was kön­nen wir tun, um die Ursa­chen für anti­de­mo­kra­ti­sche Ein­stel­lun­gen zu besei­ti­gen? Hel­fen da nicht unsere Dik­ta­tur­er­fah­run­gen? Wie kön­nen Gestal­tungs­op­ti­mis­mus und Fort­schritts­vi­sio­nen wie­der­ge­won­nen wer­den, wie kön­nen sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Zukunfts­er­zäh­lun­gen von einer bes­se­ren Welt den schlich­ten und emo­tio­na­li­sier­ten Nar­ra­ti­ven der Rech­ten ent­ge­gen­ge­setzt wer­den? U.a. mit Bei­tra­gen von Armin Pfahl-Traugh­ber, Robert Misik, Wolf­gang Thierse, Gero Neu­ge­bauer, Det­lef Lehnert.